Leseförderung ist nicht nur im Deutschunterricht ein zentraler Aspekt, sondern auch eine Aufgabe in anderen Unterrichtsfächern aller weiterführenden Schulformen. Besonders im naturwissenschaftlichen Unterricht liegen die Verständnisschwierigkeiten der Lernenden nicht immer im Erfassen des jeweiligen Phänomens. Oft gibt es Probleme in der sprachlichen Vermittlung oder im unzureichenden Dechiffrieren nonverbaler Darstellungen, Grafiken, Abbildungen - sog. nicht linearen Texten. Textaufgaben im Mathematikunterricht, Versuchsbeschreibungen im naturwissenschaftlichen Unterricht, Sachtexte in gesellschaftswissenschaftlichen Fächern – Leseverständnis spielt in allen Fächern eine Rolle und nicht selten hören wir aus unseren Seminaren, dass es zu diesem Themenkomplex in der Ausbildung keinen Raum gibt und folglich jede Lehrkraft mit dieser Herausforderung alleine gelassen wird.

Viele Schulen haben sich zwar auf den Weg gemacht, dem Lesen in diesem Sinne über alle Fächer hinweg Aufmerksamkeit zu schenken und Leseverstehen systematisch zu fördern. Das erscheint notwendig, denn noch stoßen zu viele Schülerinnen und Schüler beim Lesen von Aufgaben und (Fach‐)Texten nach wie vor auf Schwierigkeiten. Der Deutschunterricht allein kann - wie gesagt - diese Probleme nicht lösen. Wenn aber alle Lehrkräfte einer Schule gemeinsam zu Verabredungen über Ziele und Schwerpunkte der Leseförderung kommen, legen sie die Grundlagen für einen wichtigen Erfolg. Ein gemeinsames Verständnis der Prozesse der Entwicklung von Lesekompetenz steht dabei am Beginn. Darauf aufbauend tragen Lesestrategien, Lesekultur, Diagnose und eine lernerorientierte Textauswahl dazu bei, Schülerinnen und Schüler gezielt zu unterstützen, damit sie beim Lesen auch verstehen, was sie lesen und wozu sie es im Unterricht benötigen. 

Um Schülerinnen und Schüler angemessen im selbstständigen Lesen und Erschließen von Fachtexten zu unterstützen, sollten Fachlehrkräfte wissen, welche Lesehürden gerade bei Fachtexten bestehen und wie sie diesen begegnen können. 

Wir haben ein Seminar für Sie entwickelt, das Ihnen zunächst die theoretischen Grundlagen vermittelt.

Es richtet sich an alle Lehrerinnen und Lehrer, die an Schulen fachübergreifend das Ziel eines verbesserten Leseverstehens ihrer Schülerinnen und Schüler erreichen wollen: im Unterricht der einzelnen Fächer, im Rahmen der Lesekultur an der Schule insgesamt

Im Einzelnen sind folgende Themen Gegenstand des Seminars
Wie versteht man eigentlich genau unter dem Begriff Lesekompetenz?
Wie gestaltet sich der Bedeutungszusammenhang im Rahmen der überfachlichen Kompetenzen? 
Wie verläuft der Leselernprozess? 
Welche Formen des Lesens gibt es überhaupt und welche Strategien können grundsätzlich beim Lesen/ bei der Texterschließung helfen. 
Auch die Diagnostik als Ausgangspunkt der Entwicklung wird thematisiert.

Im weiteren Verlauf werden Lesestrategien an ausgewählten Beispielen kennengelernt und ausprobiert. 
Im nächsten Schritt werden eigene Texte "didaktisiert" und/oder auch mittels einer kurzen Einführung in die sog. Leichte Sprache umgearbeitet. 
Im Anschluss daran lernen die Teilnehmer/innen noch weitere erprobte "Lese-Aufgabenformate" kennen, um künftig Aufgabenformate handlungs- und schülerorientiert stellen zu können.

Das Seminar schließt mit Ideen, welche Schritte ein Kollegium unternehmen kann, um zu einem schulischen Leseförderkonzept zu kommen.

Weitere Informationen sowie Termine können Sie unserem aktuellen Flyer entnehmen.

Monika Baumgartner

Monika Baumgartner

Institut für Unterrichtsentwicklung
und Evaluation

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