Ein zentrales Element des kompetenzorientierten Unterrichts ist die Ablösung von bisherigen detaillierten Stoffplänen zugunsten einer verstärkten Orientierung am Output oder Outcome, also an den Ergebnissen und Wirkungen schulischer Arbeit. Die Leitfrage ist nicht mehr "Was haben wir im Unterricht behandelt?", sondern "Was haben die Schüler verstanden?" und "Was können sie am Ende?" Das  ist der sog. Paradigmenwechsels bzw. ein wesentlicher Teil davon.

Wir zeigen Ihnen 4 Schritte zum kompetenzorientierten Unterricht:

1. Kompetenzen kumulativ aufbauen

Kompetenzorientierter Unterricht verbindet „Wissen mit Können und Wollen“ und lenkt den Blick zunächst auf das Ende des Lernprozesses. 
Was sollen die Schülerinnen und Schüler am Ende können? Wie gelingt es im Unterricht durch die didaktische und methodische Planung, die Lernenden in Lernarrangements und/oder mit aufbereiteten Aufgabenstellungen und Aufgabenformaten in konkreten Anforderungssituationen so herauszufordern, dass sie Handlungskompetenz erwerben, also nicht mehr beim Wissen /Stoff stehenbleiben.

Diese Forderung bedeutet auch, dass die Grenzen der Fächer durchlässiger werden und vielfältige Ansatzpunkte für sowohl horizontales als auch vertikal vernetztes Wissen bieten.
Es bedeutet darüber hinaus, dass die überfachlichen Kompetenzen: 

  • Lern- und Arbeitstechniken 
  • soziale Kompetenzen
  • personale Kompetenzen 
  • kommunikative Kompetenzen
  • digitale Kompetenzen

wesentlich deutlicher und vor allem systematischer von allen Lehrkräften in den Blick genommen werden, als das bisher der Fall war. 
Wenn Sie beim mittleren Bildungsabschluss von ca. 120 Kompetenzbereichen ausgehen, besteht ein Drittel davon aus überfachlichen Kompetenzen.

2. Selbstgesteuertes Lernen entwickeln

Um neben der Kompetenzorientierung selbstgesteuertes Lernen zu ermöglichen, verlangt die Umstellung in der jeweiligen Schulform die Transparenz der Lerninhalte. Deshalb wird in einem ersten Schritt pro Fach eine Kompetenzmatrix bzw. ein Kompetenzraster erstellt; eine tabellarische Darstellung, in welcher die Fachkompetenzen (Kernkompetenzen) und überfachlichen Kompetenzen zusammengestellt werden. Die geltenden Curricula sind hier ausschlaggebend.

Im nächsten Schritt wird die jeweilige Kompetenzmatrix in ein Kompetenzraster transferiert. Dabei werden die Kompetenzen links in der Vertikalen aufgeführt, während in der horizontalen Ebene die Kernkompetenzen in unterschiedlichen Kompetenzniveaus abgebildet werden.

Wir empfehlen 4 Stufen, weil sie:

  • in der Planung eine abgestimmte didaktische und methodische Schrittigkeit ermöglichen
  • den heterogenen Leistungsstand berücksichtigen
  • individuelle Förderung ermöglichen
  • die kommunikativen, sozialen und personalen Kompetenzen kumulativ sowohl horizontal als auch vertikal in den Jahrgängen entwickeln
  • Reflexion zum integralen Bestandteil erheben

Kompetenzstufe 1 -  Kennen, Erkennen - Anforderungsbereich I 
Ich kenne etwas, ich weiß etwas, ich habe etwas wiedererkannt

Kompetenzstufe 2 - Können, Handeln: - Anforderungsbereich II
Ich kann etwas, ich kann in eine Formel andere Zahlen einsetzen, ich kann Aufgaben lösen

Kompetenzstufe 3 - Kommunizieren, Transfer - Anforderungsbereich II-III
Ich kann meine eigenen Schritte, mein eigenes Vorgehen anderen (Mitschülern, dem Lehrer, Ausbildern…) erklären, ich habe den Algorithmus durchdrungen

Kompetenzstufe 4 - Reflektieren, Bewerten - Anforderungsbereich III und darüber hinaus
Ich kann mein eigenes Vorgehen reflektieren und überprüfen. Ich weiß, wo ich stehe und was ich tun kann. Ich kann das Vorgehen meiner Mitschüler beurteilen und Schlussfolgerungen daraus ziehen. Ich kann begründete Bewertungen abgeben. Ich bin in der Lage, Tipps von anderen anzunehmen und umzusetzen.

 

Fach- und überfachliche Kompetenzen sind keinesfalls isoliert voneinander zu verstehen; sie bedingen einander und lassen sich zwar definitorisch trennen, sind jedoch in den jeweiligen Lernarrangements eng miteinander verknüpft. Daher wird ein Teamkonzept der Lehrkräfte Aussagen darüber enthalten, wie sie im Zuge des Lernprozesses gemeinsam und gezielt fachliche und überfachliche Kompetenzen entwickeln.

Felder in den Kompetenzrastern werden mittels Kannlisten präzisiert. Kannlisten definieren detailliert, welche Kompetenzen erreicht sein müssen, damit ein Lernender die betreffende Kompetenzstufe erreicht hat. Sie dienen insbesondere der Selbstevaluation - also der Entwicklung des selbstgesteuerten Lernens und der Möglichkeit des Feedbacks. Darüber hinaus können sie weitere Informationen und Tipps zu relevanten Materialien enthalten.

 

3) Individuelle Förderung

Lernsituationen werden künftig so aufbereitet, dass Kompetenzen auf kumulativ aufeinander aufbauenden Stufen erreicht werden können. Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie gelingt es über geeignete Lernarrangements den Lehrkräften, diese zielgruppenspezifisch so zu gestalten, dass sie ein Optimum für jeden einzelnen Schüler erlauben und individuelle Förderung ermöglichen.

 

4) Teamarbeit

Eine solche Lern- und Arbeitskultur geht nicht nur inhaltlich neue Wege, sondern organisiert auch die Arbeit der Schülerinnnen und Lehrkräfte neu.
Die Zeit der Einzelkämpfer ist vorbei, kompetenzorientierte Unterrichtsentwicklung braucht klare Absprachen und wird in gemeinsamer Verantwortung arbeitsteilig organisiert. 

Laden Sie sich unsere Flyer herunter und fragen Sie bei unserem Institut für Unterrichtsentwicklung an.

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Monika Baumgartner

Monika Baumgartner

Institut für Unterrichtsentwicklung
und Evaluation

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